Thomas Kramer

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Browser in the Box

By Administrator at August 04, 2012 18:19
Filed Under: Allgemein

Vor kurzem habe ich das Produkt Browser in the Box entdeckt, das ich hier weiterempfehlen möchte.

 

Das Programm bindet einen Linux-Firefox-Browser transparent in das Windows-Wirtssystem ein, über eine VirtualBox-VM. Kurz gesagt bekommt man nichts davon mit, dass ein weiteres Betriebssystem als Zwischenschicht arbeitet – man startet Firefox wie ein herkömmliches Windows-Programm und sieht dann NUR das Linux-Firefox-Fenster.

 

Das Programm wird sicherlich den “nahtlosen Modus” von VirtualBox nutzen, die Tastenkombinationen zum Deaktivieren dieses Modus funktionieren allerdings nicht mehr. Bei der Installation werden übrigens keinerlei Linux-Kenntnisse benötigt.

 

Standardmäßig ist der Gast-Firefox allerdings auf englisch inklusive englischer Tastaturbelegung voreingestellt. Die Möglichkeit zur Umstellung ist etwas versteckt. Zum Programm gehört ein Tray-Icon - über die rechte Maustaste im Kontextmenü lassen sich u. a. Dateien hochladen, das Einstellungsmenü erreicht man aber über einen Doppelklick mit der linken Maustaste auf das Tray-Icon. Dort lassen sich dann u. a. die Spracheinstellungen vornehmen.

 

Eine Besonderheit von “BitBox” ist dass Downloads im Gastsystem automatisch im Download-Ordner des Wirtssystems landen, es ist also wirklich weitgehend transparent eingebunden. Außerdem wird auch der Flash-Player gleich mit vorinstalliert.

 

Die Geschwindigkeit ist okay, nur beim Starten braucht das System etwas Zeit. Beim Surfen bemerkt man keinen großen Unterschied – zumindest wenn der Rechner Hardware-Virtualisierung unterstützt.

 

Intel strich gerne bei ihren Low-Cost-Prozessoren wichtige Funktionen heraus – so kann mein Dell-Laptop mit Pentium DualCore T4200 (ein abgespeckter Core2Duo) kein VT-x und deswegen auch keine 64-Bit-VMs starten. Nachfolgend dazu auch ein Zitat von der VirtualBox-Seite:

 

VirtualBox supports 64-bit guest operating systems, even on 32-bit host operating systems,[11] provided that the following conditions are met:

 

1. You need a 64-bit processor with hardware virtualization support (see the section called “Hardware vs. software virtualization”).

2. You must enable hardware virtualization for the particular VM for which you want 64-bit support; software virtualization is not supported for 64-bit VMs.

 

Aber selbst der neue Celeron 877 kann mittlerweile VT-x – nur VT-d wurde weggelassen, womit auch die Netzwerkkarte virtualisiert werden kann. Jeder neue Rechner sollte demnach mittlerweile Hardware-Virtualisierung bieten – selbst bei Intels Low-Cost-Prozessoren. Und AMD kürzt m. W. keine wesentlichen Virtualisierungs-Funktionen bei ihren Einstiegsprozessoren heraus (AMD-V).

 

Einen Rechner ohne Hardware-Virtualisierung würde ich heute nicht mehr kaufen, langfristig kann man sich sonst das Arbeiten mit VMs abschminken. Windows Server 2008 ist bspw. Microsoft letztes Server-Betriebssystem mit 32-Bit, gemäß heise ist Server 2008 R2 bereits nur noch als 64-Bit-Version erhältlich. Windows Home Server v2 ist ebenfalls nur noch als 64-Bit-Version erhältlich.

 

BitBox selbst gibt es wahrscheinlich nur als 32-Bit-VM, für das Surfen bringt 64-Bit auch kaum einen Vorteil. Da Linux auf allen möglichen Architekturen läuft denke ich nicht dass eine Einstellung der 32-Bit-Plattformen in näherer Zukunft zu erwarten ist.

 

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